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Theateraufführung 2010 “Aufregung in der Pension Waldesruh“

Die Zuschauer sitzen bereits auf ihren Plätzen. Von draussen ertönt ein Summen, begleitet von einer heiteren Gitarre. Dann öffnet sich die Tür des Saales und die Darsteller erscheinen in ihren Kostümen. Verkleidet als ältere Damen und Herren, mit weißen Haaren und in Bademänteln und Latschen, bestrickten Kleidern oder Anzügen, betreten sie singend den Raum. „Im Waldesruh, im Waldesruh, da geht es immer fröhlich zu (...)“ ertönt es. Dann verschwinden sie hinter der Bühne. Das Licht geht aus - das Stück kann beginnen.


Die Premiere und die zweite Aufführung des Theaterstücks “Aufregung in der Pension Waldesruh“, am 7. und 8. Mai 2010, waren nicht nur der Höhepunkt und Abschluss der diesjährigen Theaterproben, sondern vor allem ein voller Erfolg für alle Beteiligten. Der “TSV- Freispiel“ präsentierte sein in diesem Jahr bereits zum fünften Mal stattfindendes Theaterprojekt vor rund 150 Besuchern auf der Studiobühne der “Alten Feuerwache“. Dieses Ensemble bildete sich aus insgesamt 13 (?) Klienten des Betreuten Einzelwohnens, sowie der drei Wohngemeinschaften des Bastille-gsws e.V., wobei einige Darsteller den Zuschauern gewiss aus den vorangegangen Theaterstücken bekannt waren.


Das diesjährige Theaterstück handelte von einer `todernsten` Idee die Pflegerin eines Altersheims loszuwerden, die den Sensioren der Pension ständig die Laune verdarb und harte, trockene Muffins verteilte. Nach dem Theaterprojekt konnte wohl eine zeitlang keiner der Darsteller mehr einen Muffin sehen, vor allem Jule -unsere Pflegerin- nicht.


Als eine von 3 Praktikantinnen hatte ich das Glück die Theaterproben von Anfang an zu begleiten und die Teilnehmer von einer ganz besonderen Seite zu erleben. So war es für mich unglaublich interessant und schön zum einen die Entwicklung des Theaterstücks und andererseits der schauspielerischen Leistung der Darsteller zu verfolgen, sowie einmal hinter die Kulissen zu schauen. Mein großer Respekt und meine Anerkennung gilt hierbei dem Engagement der Schauspieler, die sich neben ihrer Arbeit in der Werkstatt und den alltäglichen Pflichten und Herausforderungen einmal wöchentlich versammelten, um gemeinsam zu proben und dieses tolle Theaterstück ins Leben zu rufen. Das war nicht immer leicht und manchmal sehr anstrengend. Ganz nach dem Motto des Bastille e.V. “Gemeinsam sind wir stark“ verband aber alle die Freude am Darstellen, auf der Bühne zu stehen und gemeinsam eine schöne Zeit zu erleben und etwas zu gestalten. Es wurde viel gelacht, aber auch diskutiert, getanzt und lange still gesessen. Jeder Schauspieler hatte die Möglichkeit einmal eine andere Seite von sich zu zeigen, über sich hinauszuwachsen und sich auszuprobieren. Und mit der Aufführung kam dann auch der langersehnte Applaus- die Anerkennung der Zuschauer, der Verwandten, Bekannten und Interessierten, sowie eine wundervolle positive Erfahrung, dabei gewesen zu sein.



Vielen Dank für die tollen Erlebnisse und Einblicke!


Madeleine Barth, Praktikantin WG 2



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